Food Styling & Photography Workshop mit Liz & Jewels

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Vergangenes Wochenende verbachte ich in Münster bei den tollen Mädels Liz & Jewels, um an einem Food Styling & Photography Workshop teilzunehmen. Hier möchte ich mit euch diesen gelungenen und spannenden Tag teilen. Dafür muss ich aber noch ein wenig ausholen.

Von Ludwig Börne (deutscher Journalist, Literatur- und Theaterkritiker) stammen die bezeichnenden Worte „Der Ehrgeiz ist für die Seele, was der Hunger für den Leib ist“. Das Hungergefühl ist ein Naturtrieb, denn Nahrungszufuhr ist existenziell. Etwas anders verhält es sich mit dem Ehrgeiz, der aber auch mehr oder weniger in uns allen steckt. In manchen schlummert er ein wenig tiefer und muss erst wachgerüttelt werden. Bei andern, und da gehöre ich definitiv dazu, ist dieser Charakterzug ziemlich stark ausgeprägt und ständig hungrig. Daher war mir für die Darstellung von Essen bzw. Menüs meine fotografische Leidenschaft nicht genug. Mein Ehrgeiz strebte mal wieder nach mehr Professionalität. So startete ich im Oktober meine Ausbildung für Fotografie. Von Anbeginn sagten mir die Fachleute, dass die Food-Fotografie eine hohe Kunst sei und sehr viel Erfahrung benötige. Also begann ich lieber früher als später mit dem Erfahrung-sammeln und begab mich nachfolgend auf die WorldWideWeb-Suche nach Kursen für Food-Fotografie. Leider fand ich im Umkreis von 600 km aber nichts dazu. Stattdessen stieß ich auf den Blog und den angebotenen Workshop von Liz & Jewels in Münster. Sie machen gemeinsam Workshops zum Thema Food Styling: Dafür ist die Grafikdesignerin Liz, eigentlich Lisa, zuständig, die in Münster lebt. Den Part der Photography übernimmt die Spezialistin Jewels, eigentlich Julia, die mit ihrem Mann in Brooklyn lebt. Daher auch der Untertitel des Blogs: Two girls on two continents.

Gleich nach Neujahr machte ich mich auf nach Münster (eigentlich nach Amsterdam, wo ich eine liebe Freundin besuchte, und von da rüber nach Münster) und hab die zwei Mädels persönlich kennengelernt.

Workshop-7

Samstag in der Früh ging’s los. Die Grundkenntnisse der Fotografie, nämlich das Licht und welche Faktoren einer Kamera dazu beitragen dies zu beeinflussen, waren für mich nichts Neues. Der unterschiedliche Einsatz der Parameter für die  Food-Fotografie-Beispiele brachten allerdings mehr als Licht in die Sache. Durch Tiefenschärfe und verschiedene Lichtquellen kann man (natürlich nicht nur in der Food-Fotografie) toll variieren. Zwei Dinge, die nach wenig klingen, aber viel hermachen, habe ich dazugelernt: Das Licht sollte bei der Food-Fotografie am besten immer von seitlich hinten kommen und für die Darstellung von Food wird eigentlich immer das Hochformat gewählt. Letzteres ist zwar keine Grundregel, aber macht natürlich Sinn, da die meisten Food-Fotografien in Magazinen und Rezeptbüchern landen. Hoch oder quer werde ich aber auch künftig gemäß meinen Vorstellungen einsetzen.

Food Styling dunkel

Foodstyling hell

Müsli hell

Im nächsten Teil ging es ums Styling. Also um die Requisiten, die Farbwahl, die Perspektive sowie die Bildkomposition. Lisa gab uns vor allem mit, dass ein Bild eine Geschichte erzählen sollte. Es soll damit eine spezielle Stimmung und Atmosphäre geschaffen werden. Dafür arbeiten sie und Julia gerne mit Bildpaaren – aber auch mit einzelnen Aufnahmen. Beispielsweise das Fotografieren von Popcorn: Erst mal nachdenken und sich fragen, was man mit Popcorn verbindet. – Natürlich kommt einem sofort das Kino in den Sinn, oder der erste Kuss oder die ersten Mikrowellenpopcorn Zuhause. Diese Erinnerungen und Assoziationen, die man mit einem bestimmten Nahrungsmittel verbindet, können auf dem Bild mit Requisiten, Bildkompositionen etc. erzählt werden. Oder ein Bildpaar mit einer Vorher/Nachher- Darstellung, mit einem sauber präsentierten Gericht auf der einen und einem  leergegessenen Teller auf der anderen Seite. Lisa lehrte uns auch die Führung eines Bildes, sprich, wie das menschliche Auge Fotos betrachtet und wie die Augen auf Bildern wandern. Dementsprechend erfolgt die Bildkomposition, die Bewegung ins Bild bringt. Spannend fand ich auch das Arbeiten mit Komplementärfarben in der Food-Fotografie: zu einer roten Wassermelone passen grüne Elemente perfekt. Gut macht sich auch der Kontrast in Bildpaaren, also ein weißes und schwarzes Bild nebeneinander. Dafür habe ich mich dann auch entschieden.

Final

Am Nachmittag dieses Workshops hieß das Thema zur Umsetzung unseres eigenen Bildes „Frühstück“. Dafür bereiteten Lisa und Julia passende Requisiten, Holzbretter in allen möglichen Farben als Unterlage und Hintergrund, sowie allen nötigen Frühstückszutaten vor. Die Gestaltung des Bildpaares war uns dann komplett selbst überlassen. Erst beim Zusammenstellen der beiden Bilder kam ich auf die Idee, den krassen Unterschied von Schwarz und Weiß und das Thema Frühstück auf Mutter- und Vatertag umzumünzen. Klassisch, das Helle, Weiße für die Mutter und das Dunkle, etwas Dramatische für den Vater. So entstand einerseits ein sehr frisches und helles Foto mit einem bereits aufgegessenem Müsli (Stichwort: Storytelling) sowie ein moody und sattes Foto für den Vater.

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Ich bin richtig happy mit meinem Endergebnis und dem coolen Workshoptag bei Lisa und Julia. Danke nochmals für den vielseitigen Goodybag mit Dekorationssachen, wie Garn, Etiketten, Einweggläser etc. Zuhause geht’s nun gleich weiter mit der Food-Fotografie!
Über die Weihnachtstage schaute ich mal beim Trödler meiner Heimatstadt vorbei, und habe mich mit vielen tollen und alten Requisiten eingedeckt. Besitze nun eine ganze Sammlung an originellen Küchenutensilien. Echt, ich kann’s kaum erwarten, die alle zum Storytelling einzusetzen. Stay tuned...

its-foodtastic

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