Feminine Food

Schon mal was von Feminine Food gehört bzw. was dahintersteckt? Welchen Einfluss hat die Ernährung auf den weiblichen Zyklus? Was passiert in dieser Zeit mit den Hormonen, was tut uns gut, lindert Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Migräne und Stimmungsschwankungen? Fragen, mit denen sich die Autorinnen Andrea Haselmayr, Denise Rosenberger und Verena Haselmayr intensiv in ihrem Kochbuch ‚Eat like a Woman‘ auseinandergesetzt haben und auch Fragen, mit denen wir Frauen uns häufig beschäftigen.


Ich habe mich kürzlich mit Andrea, eine der Autorinnen des Buchs, getroffen. Gemeinsam haben wir einen Nachmittag-lang gekocht, geplaudert und ich habe sehr viel über Rezepte für einen harmonischen Zyklus gelernt. Zu diesem Zeitpunkt ging es um das Thema ‚Phase des Aufblühens‘ – also die Spanne zwischen letztem Tag der Menstruation und dem Eisprung.

Andreas (Leidens-)Geschichte

Andrea erzählte mir, dass ihr bereits mit acht Jahren der Eierstock entfernt wurde – ein Zwillingsgewächs hatte seit ihrer Geburt ihren Eierstock samt Eileiter komplett verwachsen lassen. Als sie dann mit 15 immer noch keine Periode hatte, begann sie sich Sorgen zu machen. Die Regel kam dann mit 16 Jahren, aber später wurde ein Borderline-Tumor an ihrem noch vorhandenen Eierstock entdeckt. Anstatt, wie von den Ärzten vorgeschlagen, den OP-Termin sofort wahrzunehmen, packte sie ihre Sachen und fuhr in die Berge. Ab diesem Zeitpunkt begann Andrea sich mit dem Thema ‚Frausein‘ auseinanderzusetzen. Sie stellte ihre Ernährung komplett um und arbeitete ihre Traumata auf. Nach 15 Monaten wurde bei der Tumor-Kontrolluntersuchung festgestellt, dass das Gewächs viel kleiner geworden war und nun leicht entfernt werden konnte. Heute ist sie Mutter einer süßen kleinen Tochter, die an diesem Nachmittag ihrem Vater tatkräftig beim Fotografieren half. Ich bin fast dahin geschmolzen.

Vom Aufblühen und Loslassen

Im Aufblühen bist du vermutlich voll Energie, hast frischen Antrieb und kannst leicht Impulse für neue und kreative Projekte finden. Kommunikation und Planung fallen dir viel leichter als sonst. Je näher du dann zum Eisprung kommst, desto lustvoller wirst du. In dieser Phase fühlen sich Frauen besonders attraktiv und haben meist eine unwiderstehliche Ausstrahlung. In dieser Zeit erreicht deine Libido ihren Höhepunkt – du bist bereit für eine potentielle Befruchtung.
Nach der Aufblüh-Phase kommt die Loslassphase – zu diesem Thema findet ihr reichlich Input im Buch ‚Eat like a woman‘.
In der Zeit des Aufblühens werden wir Frauen leider oft von verschiedenen körperlichen und psychischen Beschwerden heimgesucht:
• Überempfindlichkeit der Brustwarzen
• Mittelschmerz – schmerzhafter Eisprung
• Ovulationsblutung
• Migräne
• Übelkeit
• Eingeschränkte Libido – Lustlosigkeit
• Antriebslosigkeit
Nährstoffe, die in dieser Zeit helfen können:
Vitamine A, C, E, B3, B, Eiweiß, Eisen, Folsäure, Selen, Zink, Phytoöstrogene
Empfohlenes Gemüse & Obst zu dieser Phase
Gemüse: Algen, Artischocken, Auberginen, grünes Blattgemüse, Blumenkohl, Brokkoli, Karotten, Kartoffeln, Paprika, Pilze, Radieschen, Tomaten
Äpfel, Aprikosen, Avocados, Beeren, Birnen, Datteln, Erdbeeren, Feigen, Granatäpfel, Grapefruits, schwarzer Holunder, Kirschen, Kokos, Mangos, Melonen, Nektarinen, Orangen. Pfirsiche, Pflaumen, Physalis, Trauben

Feminine Food – wertvolle Nährstoffe!

In diesem Gericht steckt neben zahlreichen Vitaminen und Spurenelementen auch wertvolles Eiweiß (vor allem in Hülsenfrüchten enthalten), welches die Bildung der Gebärmutterschleimhaut unterstützt. Die Folsäure der Mango, das Eisen der Linsen, des Brokkoli und des frischen Blattgemüses, Vitamin C der Paprika nähren das heranreifende Ei. Kurkuma, Ingwer und diverse Gewürze boosten deine Abwehrkräfte, um stark in die Mitte des Zyklus zu kommen … die Süßkartoffel wurde übrigens vom CSPI (Center for Science in the Public Interest) mit Abstand zum gesündesten Gemüse gekürt und versorgt uns mit fast allen Vitaminen und Mineralstoffen in auffällig hohen Mengen (Vitamin A, C, E, Eisen, Kalium, Magnesium, Kalzium und natürlich auch wertvolle Kohlehydrate). Die frischen Sprossen geben dem Gericht nochmals einen richtigen Kick für deine Aufblüh-Phase. Also ein richtiges Power-Gericht!

Foto credit für schwarz / weiß und Tischfotos: Lukas Lorenz

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Linsenbällchen und Gemüse-Kokos-Curry mit Mango und Brokkolisprossen
3 Personen

Zutaten:

Zutaten für 14 Linsenbällchen:

  • 180 g grüne Linsen
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, in dünnen Scheiben
  • 1 Stück Ingwer, gerieben
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • 2 EL Kokosöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 120 ml Gemüsesuppe
  • ½ EL Ras el Hanout Gewürzmischung
  • 4-5 Stängel Koriander, grob gehackt
  • 1 EL Soja Sauce
  • 2 EL geschroteter Leinsamen
  • 2-3 EL Kokosmehl
  • grob gehackte Mandeln zum Wälzen

Zutaten für 3 Portionen Gemüse-Curry: 

  • 2 Schalotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Stück Ingwer
  • 1 mittelgroße Süßkartoffel
  • 1 kleine Brokkolirose
  • 1 rote Paprika
  • 1 halbe frische Kurkumawurzel (ersatzweise Pulver)
  • Currygewürz mild
  • 1 Schuss Apfelessig
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Dose Kokosmilch
  • Brokkolisprossen und frischer Blattspinat
  • 1 kl. Bund frischer Koriander
  • 4 EL gekochte Kichererbsen
  • 1 reife Mango
  • Etwas Kokosöl zum Anbraten

Zubereitung:

Zubereitung Linsenbällchen:

  1. Linsen abwaschen und lt. Packungsanleitung garkochen. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schalotten, Knoblauch, Ingwer und Gewürzmischung in einer Pfanne in Kokosöl anbraten. Tomatenmark, Zitrone dazugeben und mitbraten. Mit Suppe und Soja Sauce ablöschen und alles kurz aufkochen lassen.
  2. Nun kommen die gekochten, abgekühlten Linsen, Kräuter, Gewürzsauce, etwas Salz und die Leinsamen in eine Moulinex. – Masse grob mixen, sodass sie zusammenhält. Evtl. etwas Kokosmehl für die Festigkeit hinzufügen, oder etwas mehr Wasser, sollte die Masse zu bröselig sein.
  3. Mit einem Eisportionierer gleichmäßige Bällchen formen, in grob gehackten Mandeln wälzen auf ein Backblech (mit Backpapier belegt) setzen und 30 Minuten backen. Kurz rasten lassen und vorsichtig vom Blech lösen.

 

Zubereitung Curry:

  1. Schalotten, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Gemüse waschen und in kleine Würfel schneiden bzw. Brokkoli in Röschen teilen. Süßkartoffel schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Spinat waschen, die vorgekochten Kichererbsen abseihen und waschen. Die Mango ebenso schälen und in Würfel schneiden.
  2. Kokosöl in einem großen Topf erhitzen und Schalotten darin glasig dünsten. Knoblauch, Ingwer, Tomatenmark, Kurkuma (gerieben) und Gewürze hinzugeben und etwa 1-2 Minuten dünsten. Nun das restliche Gemüsehinzugeben und das Ganze mit Apfelessig ablöschen und mit Kokosmilch aufgießen. Etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze leicht köcheln lassen. Die Mango und vorgekochten Kichererbsen erst gegen Ende der Garzeit hinzufügen. Spinat, Koriander und die Brokkolisprossen nicht mitkochen, diese erst am Ende zur Garnierung verwenden. Mit Salz, Pfeffer abschmecken.
  3. Je nach Bedarf mehr Wasser hinzugießen. Zum fertigen Curry empfehlen wir noch gekochten Duft- oder Basmatireis; setze die knusprigen Linsenbällchen darauf und fertig ist das herzhafte Gericht.