Besuch in der Nationalparkregion Hohe Tauern

Auf der idyllischen Zugfahrt mit immer satten grünen Wiesen und Bergen im Hintergrund von Zell am See nach Hollersbach machten sich hier und da noch ein paar Wölkchen breit. Angekommen beim wunderschönen Biohof von Andrea und Martin Rieder, waren diese aber rasch verflogen.

„Der Wettergott ist heute auch gnädig mit uns“, meinte Andrea Rieder bei der Begrüßung. Empfangen wurden wir am Biohof der Familie Rieder - die seit 1992 mit Ja! Natürlich zusammenarbeitet - mit Milch-Stamperln und den berühmten Brennnesselstangerln von Andrea, die sie mit Ja! Natürlich Blätterteig zubereitet. Zusätzlich wurde meine Alm Kräuterbutter und Tomatenbutter aufgetischt, mit saftig frischem Brot serviert.

Kühe waren weit und breit keine zu sehen, dafür wurden wir von originellen Hühnern verschiedener Rassen umgeben. Die Kühe sind im Sommer nur auf der Alm anzutreffen, und so begaben wir uns alle mit dem Bus auf 1800 m, um uns die schöne Pinzgauer Rasse in ihrer natürlichen Umgebung anzuschauen.

Oben auf der Alm

Die Sommer-Saison startet für die Kühe Anfang Juni und geht bis Anfang Oktober. Hier weiden sie auf 1400-1800 m Höhe. Oben angekommen, umgeben von saftigen Wiesen und Bergen, bekamen wir die Kühe auch gleich zu Gesicht. Den 5 km langen Weg, den wir soeben mit dem Bus zurückgelegt hatten, marschieren Martin und Michael zu Beginn und zu Ende jeder Saison mit der gesamten Rinderherde. „Da rennen sie fast auf die Alm, weil sie wissen was sie erwartet, weil sie sich freuen“, erzählt uns Martin oben in der Runde. Die alten Kühe gehen vorne, weil sie den Weg bereits kennen, die jungen müssen immer wieder getrieben werden.

Martin teilt sich die Alm mit zwei anderen Bauern, zu denen er ein sehr partnerschaftliches Verhältnis hat. Einer der Bauern stellt oben Käse her, Martin melkt die Kühe. Er steht um fünf in der Früh auf und beginnt das Vieh zu versorgen. Danach wird es auf die Wiese getrieben. Die köstliche Milch wird erst auf der Alm vorgekühlt und dann von Martin persönlich zum Hof gebracht, wo sie von der Molkerei abgeholt wird. Gegen Fünf fährt er wieder Richtung Alm, um das zweite Mal zu melken.

Die Kühe machen einen sehr gepflegten und ruhigen Eindruck, man sieht ihnen die gute Haltung an: „Sie sind nicht dreckig, sie sind nicht wild“, sagt Martin, und Andrea ergänzt: „den Kühen geht’s so gut, wie der Bauer sie behandelt.“

Während wir hier oben eine angenehme Kühle wahrnehmen, erzählt Martin, dass es hier im Sommer über 30 Grad hat – das gab es vor 20 Jahren, als sie mit der Almwirtschaft begannen, noch nicht. „Hier erlebt man eine sehr intakte Natur, eine Almwirtschaft mit unzähligen Blumen und Gräsern und gesundes Vieh“, sagt Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich.

„Die Nationalparkregion Hohe Tauern ist bestimmt durch das Klima, das Hochalpengebiet, durch viel Niederschlag und Graswuchs und dadurch ergibt sich die Form der Landwirtschaft. Die Milchproduktion ist hier also ideal“, meint Andreas Steidl – Leitung Qualitätsmanagement Ja! Natürlich.

Nach dem Spaziergang zum Stall erwartete uns dort eine kleine Stärkung: Erfrischende Getränke und ein Pastrami Panini mit Kräutersenf und eingelegter Gartengurke. Danach gab’s noch die Stallbesichtigung inklusive Martins Geschichte zum originalen Stützpfeiler von 1869.

Auf 1800 m wurde es schon leicht kühl und ein paar Wolken zogen auf. Ganz anders unten am Hof der Familie Rieder, wo noch die Sonne schien und uns eine lange, gedeckte Tafel im Stall erwartete. Hier wurden wir für die nächsten vier Stunden mit einem Gourmet Menü von Chefkoch Nikolaus Lang (Seewirt / Zell am See) mit regionalen Bio-Spezialitäten verwöhnt.

Gourmet Menü von Nikolaus Lang

Als Vorspeise gab‘s Beef Tartar im Cornet; es folgte ein sanft gegarter Kalbstafelspitz mit Goldhirse, Erbsen und einer Kräuteremulsion.

Als Zwischengang wurde uns ein kunstvolles kaltes Tomatensüppchen mit Mozzarella sowie Lime Öl und Kräutern aus Andreas Garten serviert.

Anschließend wurden wir mit einer sehr langsam gegarten und somit butterweichen Rinderschulter mit Kartoffelpüree, Schmorsauce und marinierten Pilzen, die einen fein säuerlichen Geschmack hatten, überrascht.

Bevor uns die Nachspeise serviert wurde, gab es noch eine Diskussionsrunde, moderiert von Matthias Felsner von Friendship mit Andreas Steidl (Leitung Qualitätsmanagement Ja!Natürlich), Matthias Kinderger (Geschäftsführer ARGE Pinzgauer Rind), Andrea und Martin Rieder (Biobauern) und Frank Buchner (Pinzgau Milch / Hacklbergalm). Thema war die Bio-Milchviehhaltung im Hochalpengebiet. Diskutiert wurde über die Almwirtschaft traditioneller Rinder und die Bedeutung der Bio-Milchwirtschaft für die Region.

Mathias Kinberger informierte uns darüber, dass das Pinzgauer Rind ein Kind der Hohen Tauern ist. Es wurde hier über Jahrhunderte gezüchtet und im Grunde hat es die gleichen Charakteristika wie die Region: Es verbindet das Klima der hohen Berge und das karge Futter.

Frank Buchner führte aus, dass die Kühe eine sehr naturnahe Lebensweise auf dem Almen haben. Die Sonneneinstrahlung, die guten Kräuter und Gräser spiegeln sich in den Produkten wider und das schmeckt man auch in der Milch, im Käse oder im Joghurt.

Abgeschlossen wurde die Diskussion und dieser runde Tag auf dem Hof der Familie Rieder mit einem absolut köstlichen Milchreis von Nikolaus: Der überaus cremige Milchreis wurde mit einer warmen Beerensauce, einem Meringue, gefriergetrockneten Himbeeren und wunderschönen Blüten serviert. Als zweite erfrischende Nachspeise gab es ein Buttermilch-Melissensorbet. Beides ein Gedicht, und das gesamte Menü ebenso Kunstwerk wie kulinarischer Hochgenuss! Von mir gab’s zum Abschluss das passende Give-Away – ein selbstgemachtes Knuspermüsli aus ja!Natürlichen Produkten, das herrlich mit Milch und Joghurt schmeckt.

Foto Credits Ian Ehm für Friendship.is

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Selbstgemachtes Knuspermüsli
1 Blech

Zutaten:

  • 300 g ja!Natürlich Haferflocken
  • 100 g ja!Natürlich Haselnüsse
  • 50 g ja!Natürlich Sonnenblumenkerne
  • 50 g ja!Natürlich Apfelchips
  • 50 g ja!Natürlich Kürbiskerne
  • 100 ml ja!Natürlich Ahornsirup
  • 2-3 EL ja!Natürlich Sonnenblumenöl
  • 1 TL Vanillepulver und/oder Zimt
  • 1 großzügige Prise Salz

 

Zubereitung:

  1. Backofen auf 180°Grad Ober-/Unterhitze (200°C Umluft) vorheizen. Haselnüsse grob hacken. Sämtliche trockenen Zutaten (außer Apfelringe) in einer großen Schüssel geben und mischen. Sonnenblumenöl und Ahornsirup hinzufügen und alles gut vermengen.
  2. Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und ca. 20-25 Minuten goldgelb backen. Nach etwa 15 Minuten Temperatur auf 160°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) reduzieren und mit einer Gabel kurz durchmischen, damit von allen Seiten der gleiche Knusper- und Bräunungsgrad erreicht wird.
  3. In der Zwischenzeit Apfelringe klein schneiden. Knuspermüsli nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, Apfelringe unterrühren und nun in Vorratsgläser abfüllen.