Hirse-Schmarren & TCM Kochworkshop

In letzter Zeit befasse ich mich intensiver mit der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM). Ich habe zwar vor 3 Jahren das 3. Suppito Kochbuch von Andrea Scholdan fotografiert und durfte da schon ein bisschen in die so genannte TCM Küche eintauchen, aber so wirklich mehr erfahren habe ich über dieses besondere Heilverfahren erst letzthin bei meinem Yoga & TCM Kurs bei Nina Mandl. Ich habe dort so viel mitgenommen und so viel über meinen Körper gelernt, sodass ich im Anschluss gleich noch eine persönliche Beratung bei ihr gebucht habe.

Nina veranstaltet kommenden Samstag einen glutenfreien TCM Kochworkshop zum Thema Feuer. Alle Infos dafür findest du hier. Unter allen Kommentaren (hier und auf Facebook) verlose ich einen Kursplatz. Anbei findet ihr auch ein herrliches Rezept von Nina - einen glutenfreien Hirse-Schmarren.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz TCM) ist die Prävention von Krankheiten das oberste Prinzip. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise, die Körper und Geist gleichermaßen umfasst und zudem die äußeren Umstände, wie Umwelt, Klima, Jahreszeit und auch die aktuelle Lebenssituation (Beruf, Familie etc.) miteinschließt, wird der Mensch in seiner Ganzheit erfasst und kann somit individuell behandelt werden. Ein ganz essentieller Anteil kommt dabei der Ernährung zu.

Neben Akupunktur und Kräutertherapie ist die entsprechende Ernährung, die sogenannte 5 Elemente Ernährung, einer der Grundpfeiler der TCM.

Die 5 Elemente, Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz, korrespondieren mit den 5 Geschmacksrichtungen, bitter, süß, scharf, salzig, sauer, und haben jeweils eine ganz spezifische Wirkung auf unsere Organe und sämtliche Prozesse im Körper. Genau diese Wirkung wollen wir uns mit dem Kochen nach den 5 Elementen zu Nutze machen.

Kochen mit den 5 Elementen

In der TCM wird nach den 5 Elementen Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer gekocht. Die Ernährung nach den 5 Elementen ist ein Teil der Übertragung der Traditionell Chinesischen Medizin. Dabei gehört jedes Lebensmittel einem dieser Elemente an. Jedes Element hat unterschiedlich energetische und thermische Eigenschaften. Die Wirkungen auf den eigenen Körper können verschiedener Natur sein: kühlend, wärmend, Energie spendend oder Energie entziehend, belebend oder beruhigend. Je nach Jahreszeit und körperlicher Verfassung sollten diese Wirkweisen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Je nach Befinden wird durch die Zusammensetzung der Lebensmittel das Wohlbefinden entweder bewahrt oder im Falle eines Ungleichgewichts ausgeglichen. All dies bringt Qi – die lebenswichtige Energie.

Der zentrale Aspekt der TCM ist die Gesunderhaltung des Körpers durch ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zwischen YIN und YANG und damit durch ein energetisches Gleichgewicht sowie den freien Fluss der Lebensenergie (Qi).

  • Qi ist die strömende Lebenskraft
  • Yin und Yang, die beiden sich ergänzenden Gegenpole, sind die Basis aller Erscheinungen

Will man nun mit einer Speise eine ganz spezifische Wirkung erzielen (z.B. wärmen, kühlen, ausleiten, tonisieren,...) macht man sich die Eigenschaften des jeweiligen Elements und ihren hauptsächlichen Wirkungsbereich – sprich die Organe. Die dem jeweiligen Element entsprechen und in der Folge von der jeweiligen Geschmacksrichtung besonders angeregt werden – zu nutze.

Der Frühling ist zum Beispiel dem Element Holz zugeteilt. Holz steht für sauer, gilt für die Leber & Gallenblase (das war auch Thema meines Kurses bei Nina) und wirkt zusammenziehend, befeuchtend und wirkt nach Innen. Holz ist adstringierend – folgende Lebensmittel fallen darunter: Zitrusfrüchte, Essig, Joghurt, Hühnerfleisch, Ente, Hagebutte bzw. Quitte, Schlee und unreife Beeren. Der Frühling sowie Holz steht für Neubeginn, Geburt, Kreativität, Helligkeit, Wärme und Antriebskraft. Eine aufsteigende Kraft kennzeichnet diese Phase. Helligkeit und Wärme nehmen langsam zu und geben Impulse für Wachstum und Mobilität. Wenn die Natur zu sprießen beginnt, schießt auch unsere Körperenergie nach oben. Damit wir in dieser Phase in unserer Mitte bleiben, ist es wichtig, unser Holz-Element zu stabilisieren und zu reinigen. Es ist also die ideale Zeit, um die Holz-Organe, Leber und Gallenblase, zu entgiften, um die träge Feuchtigkeit des Winters auszuweiten und Stagnationen zu lösen.

Dem Sommer wird das Element Feuer zugeordnet – steht für bitter und Herz & Dünndarm. Ist trocknend, leicht zusammenziehend und nach unten leitend. Zu diesem Element gehören z.B. die Lebensmittel Kurkuma, Bockshornklee, Buchweizen, Lammfleisch, Kaffee, Bitterkakao, Radicchio, Chicorée.

Holz entspricht dem sauren Geschmack, wie z.B. Essig, Tomaten, Weizen, Huhn und Orangen. Dem Element Feuer wird der bittere Geschmack zugeordnet. Dazu zählen Lebensmittel wie Rote Bete, Rucola, Roggen und Schafskäse. Das Element Erde entspricht dem süßen Geschmack, wie z.B. Butter, Eier, Karotten, Rindfleisch, Mais und Kartoffeln Metall ist der scharfe Geschmack, zu diesem Element zählen u.a. die Lebensmittel Zwiebel und Senf. Das Element Wasser entspricht dem salzigen Geschmack. Zum diesem Element zählen die Lebensmittel Salz, Fisch, Hülsenfrüchte, Oliven und natürlich Wasser.

ALLGEMEINE TCM ERNÄHRUNGSTIPPS von Nina

Empfehlenswert sind 3 warme Mahlzeiten am Tag, wobei die wichtigste Mahlzeit das Frühstück ist, da es die Energie für den Start in den Tag liefert; Warme Nahrung kann wesentlich besser verwertet werden und führt dem Körper bereits in Form von Wärme Energie zu. Die Transformationsleistung der Milz wird optimiert, der gesamte Stoffwechsel angekurbelt. Umgekehrt muss 8°C kalte Nahrung zuerst um ca. 30°C erwärmt werden, was der Milz wertvolle Eigenenergie entzieht. Auf Dauer wirkt sich das negativ auf die Verdauungskraft aus.

  • Biologische, regionale und saisonale Produkte sollen den Schwerpunkt der Ernährung bilden! Keine denaturierten Nahrungsmittel, keine Tiefkühlkost, keine Mikrowelle. Allgemein ist ein Lebensmittel umso wertvoller und kann unserm Körper umso mehr Energie liefern, je näher es seinem Ursprung ist, das heißt, je weniger es verarbeitet wurde. Auch die Verwendung der Mikrowelle und das Tieffrieren minimieren die enthaltene Lebensenergie). 
Essen in angenehmer, entspannter Atmosphäre (nicht am Computer, nicht im Stehen, ohne Zeitung, Fernsehen, Radio und v.a. ohne belastende Gespräche,...) kann wesentlich besser aufgenommen werden. Ideal ist es, 4-5 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten vergehen zu lassen und nicht dazwischen zu naschen (entlastet den Darm und vermindert Nahrungs- Stagnation). 
Das ideale Getränk ist warmes (am besten abgekochtes) Wasser; auf Mineralwasser und Zitronenwasser sollte möglichst verzichtet werden; Soft-Drinks (Coke etc.) gänzlich meiden. Tee bitte in Maßen genießen bzw. sehr gezielt auf die Zusammensetzung der Kräuter achten (Tee ist Medizin). 
Brot-Mahlzeiten reduzieren und besonders auf gute Qualität achten (keine Supermarkt-Brote aus Backmischungen); vor allem die Kombination aus Hefe und Weizen wird von vielen Menschen im Übermaß konsumiert, aber schlecht vertragen. Achte beim Kauf von Brot auf reines Sauerteigbrot und genieße das Brot besser nicht ganz frisch und am besten getoastet.) Im ganzen Korn gekochtes Getreide (z.B. Hirse, Reis, Quinoa, Gerste, Dinkel, Kamuth,...), Getreideflocken, Grieß und Cous-Cous stellen gute Alternativen zu Brot dar.
  • Direkt zum Essen keine großen Mengen trinken (schwächt das Verdauungsfeuer; Eisgekühlte Getränke und Speisen kühlen das Verdauungsfeuer besonders ab)
  • Milch und Milchprodukten, wie Käse, Joghurt, Topfen,.. stark einschränken (sie sind aus Sicht der TCM kühlend und befeuchtend und beeinträchtigen das Verdauungsfeuer stark)
  • gut kauen: Verdauung beginnt bereits im Mund durch den Speichel
  • Süßigkeiten und Naschereien schwächen die Verdauung. Der Geschmack der Milz ist SÜSS; ein Übermaß an Süßem schwächt die Milz aber. Gerät die Milzenergie in einen Mangel, verlangt sie noch stärker nach Süßem = Teufelskreis; Trockenfrüchte, Dattelkonfekt, Sesamkrokant, Amaranthriegel u.ä. bieten eine gute Alternative zu Schokolade.
  • Süßigkeiten nie direkt nach den Mahlzeiten (stoppt die Verdauung). Besser ein qualitativ hochwertiger Kuchen oder Kompott, Obstmus oder Amaranth-, Sesamriegel, Fruchtriegel, naturbelassene Nüsse sowie Trockenobst am Nachmittag 
Aromatische Gewürze und Kräuter fördern die Verdauungsaktivität und stärken die Abwehrkraft.
  • hochwertiges, naturbelassenes Salz (unraffiniert und ohne Rieselhilfen) und Rohrüben- oder Rohrohrzucker verwenden, da diese reich an Mineralstoffen und Spurenelementen sind.
  • Konsum von Kaffee, Schwarztee und Alkohol einschränken Abends nicht zu spät und eher kleinere Portionen essen
  • Salate sind zu Mittag, als Beilage zu einem warmen Gericht, am besten verträglich; 
abends Salat meiden (gärt über Nacht im Magen und bildet Nässe / Schlacken)
  • „toxische" Kombinationen vermeiden (da diese die Verdauung verlangsamen und extrem verschleimen). Das sind z.B.: 
Fisch mit Obers oder Käse, Kaffee mit Milch oder Obers, Süße Milchprodukte( Fruchtjoghurt, Molke-Drink,...), Birchermüsli oder Joghurt mit Früchten

(c) Foto Nina Mandl

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Hirse-Schmarren
2 Personen

Zutaten:

  • 1 Tasse Hirse
  • 2 EL Kokosöl
  • Obst je nach Jahreszeit: 1 Apfel oder 3 -4 Zwetschken oder Marillen,…
  • eine kleine Menge Trockenfrüchte (Datteln, Rosinen, Marillen,…)
  • 2 EL Kokosflocken
  • Zimt, Kardamom, Kurkuma
  • Salz, Zitronensaft
  • Als Topping: geröstete Samen und gehackte Walnüsse

Zubereitung:

1.) Hirse in einem feinmaschigen Sieb mit heißem Wasser gut waschen (Bitterstoffe aus der Schale sollen ausgespült werden) und in 2 Tassen Wasser aufkochen. (Kann gut am Vorabend vorgekocht werden.)

 

2.) Das Obst und die Trockenfrüchte klein schneiden.

3.) In einer großen Pfanne das Koksöl erhitzen und die Früchte darin anbraten. Kokosflocken, Gewürze, Salz und Zitronensaft beifügen und danach die gekochte Hirse unterrühren. Das ganze leicht anbraten (bekommt ein herrliches Karamell-Aroma).

4.) Nach Belieben mit gerösteten Samen und Nüssen garnieren und eventuell mit Ahornsirup nachsüßen.

Tipp:     Nach Geschmack mit Sahne oder Mandelmus verfeinern

Wirkung:    Hirse ist glutenfrei und besonders reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie nährt das Qi und das Blut und wirkt zugleich leicht trocknend (ideal bei Nässeproblematik).