So fast so good – wenn Lufthansa Cargo einlädt

Frankfurter stehen offensichtlich auf ihre grüne Sauce, auch Grie Sos oder eben Frankfurter Grüne Sauce genannt. Besucht man Frankfurt, ist sofort klar, dass diese Sauce die Speisekarten dominiert. Lufthansa Cargo hat zwei internationale Food Bloggerinnen aus New York und Paris und mich nach Frankfurt am Main eingeladen, um mehr über das riesige und spannende Perishable Center zu erfahren und auch über die regionale Esskultur. Ich hab daheim dann selbst ein wenig experimentiert und ein beliebtes Gericht von Oma, nämlich ein  Nussbraten mit Grüner Sauce zubereitet. Aber bevor wir uns dem Rezept und den Spezialitäten von Frankfurt nähern, möchte ich euch ein wenig über meinen Besuch im Perishable Center erzählen.

Europas größtes Luftfahrtcenter für temperaturgeführte Produkte

„Temperaturgeführte Produkte“. Was hat man sich darunter vorzustellen? – Richtig, zum Beispiel Lebensmittel, für die eine bestimmte Temperatur im Kalt- oder Warmbereich während Transport und Lagerung notwendig ist. Das betrifft eine sehr große Zahl an Lebensmitteln, aber auch Gewächse – Blumen, Topfpflanzen, Kräuter – sowie Rohstoffe oder pharmazeutische Produkte. Das Perishable Center in Frankfurt (PCF) ist Europas größtes Luftfahrtcenter für die genannten, temperaturgeführten Produkte.

Vor knapp 14 Tagen war ich von Luftfthansa Cargo auf den Frankfurter Flughafen und ins Perishable Center eingeladen. Ein Erlebnis, das ich mir nicht entgehen lassen konnte. Als Foodie sollte man ja genau wissen, woher die Lebensmittel stammen und wie sie vom Herkunftsland sicher und frisch zu uns gelangen – das Ganze ist heutzutage unglaublich professionell und aufwändig.

Wenn jetzt im November und Dezember überall wieder Weihnachtssterne in den Gärtnereien und Supermärkten auftauchen, denkt sich der Konsument dabei nicht allzu viel. Der überwiegende Teil dieser stimmungsvollen Topfpflanzen stammt aber direkt aus südamerikanischer Zucht. Dort herrschen sommerliche Temperaturen und die Pflanzen wachsen natürlich auch wild. Gerade so wie bei uns die Schneeglöckchen oder Veilchen im Frühling. Bedenklich für mich sind u.a. Rosen oder sogar Schnittlauch aus dem fernen Kenia. Letzteren wollte ich kürzlich gerade in meinen Einkaufswagen packen, als ich das Herkunftsland am Schild sah. Da griff ich doch lieber zum heimischen, tiefgekühlten.

Ich denke, dass nicht nur die begehrten Weihnachtssterne, sondern auch eine Reihe mehr oder weniger exotischer Produkte einen problematischen CO2-Fußabdruck haben. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit Orangen, Bananen, Erdbeeren, tropischen Früchten aller Art, die ganzjährig in unsere Geschäfte kommen. Oder Fleisch aus Brasilien, Argentinien oder den USA und natürlich Meeresfrüchte und –Fische. Sie alle sind temperaturgeführte Produkte. Würde die ideale Temperatur auf dem Transport und beim Umschlag auf dem Flughafen nicht passen oder unzureichend eingehalten, gehen entweder die Qualität oder gleich das gesamte Produkt flöten – dieser Herausforderung sieht sich das Perishable Center in Frankfurt (PCF) gegenüber. Unabhängig davon, wie man über den CO2-Fußabdruck oder den Sinn oder Unsinn solcher Importe denken mag – dahinter steckt eine beeindruckende Logistik. Schließlich muss jede/r beim Einkauf oder Konsum selbst entscheiden, ob sie oder er bei Blumen oder Lebensmittel auf exotische Waren zugreift, die Nachfrage ist in jedem Fall ungebrochen hoch.

So bezeichnet sich das PCF am Frankfurt International Airport denn auch selbst als „Europas coolster Treffpunkt für edle Fische, kostbares Fleisch, feinstes Obst und Gemüse sowie Blumen und exotische Pflanzen“.

Anlässlich meiner Einladung von Lufthansa Cargo nach Frankfurt / Flughafen konnte ich mich von der hohen Effizienz des PCF selbst überzeugen. Dort werden z.B. rund 25.000 Tonnen Frischfisch jährlich umgeschlagen, sehr rasch und zu Top-Konditionen, damit die Qualität auch ungetrübt beim Verbraucher ankommt. Die möglichen Umgebungstemperaturen bewegen sich von -24°C bis +24° C. Auch die behördlichen Qualitätskontrollen werden vor Ort, am PCF, durchgeführt. Ein wesentlicher Teil der effizienten Logistik. Hier wird auch der Fisch für den Naschmarkt gelagert – auch etwas, an das man einfach nicht denkt, wenn man am Naschmarkt Fisch kauft.

Die temperaturempfindlichen Waren aus Drittländern werden im Perishable Center als dem „Port of First Entry“ importiert, kontrolliert, gelagert und gegebenenfalls auch verarbeitet. Über die Zahlen und Fakten kann man sich auf der Website von PCF selbst ein Bild machen. Ich erfuhr eine Menge davon direkt vor Ort: Zuerst gab’s eine sehr interessante Führung am Flughafen. Wir Gäste durften auch zwei Flugzeuge der Cargo ein besichtigen, eine MD-11F und eine Boing 777F, inklusive Cockpit und Ladefläche. Wir waren live dabei, wie die Transportmaschinen mit Waren bestückt wurden. Eine riesen Aufgabe, denn jeder Platz muss sinnvoll genutzt werden. Demnach ist auch die Ausstattung und Formung der Transportflugzeuge sowie z.B. die Palettenbestückung klar definiert und aufeinander abgestimmt.

Nach der Besichtigung des Cockpits durften wir dann in coolster Umgebung, nämlich am Flughafen direkt mit Blick auf die Flugzeuge folgende Gericht probieren, die in kleinen Häppchen serviert wurden; eine Art Tapas, unter dem Motto „sofastsogood“. Zu den kleinen Köstlichkeiten zählten Kürbissuppe mit Milchhaube, Garnelen auf karamellisierten Karotten und Pfefferkirschen, geräucherte Entenbrust auf Balsamico Gemüsesalat und Pfeffercreme, Fajitas mit Geflügel und Gemüse gefüllt, scharf gewürzte Tete de mor auf Kräuterricotta mit Vollkornbrot, gekochte Eier mit grüner Sauce, frische Obstspieße und eine Waldmeister Götterspeise.

Mit dem Hashtag #sofastsogood hat Lufthansa Cargo eine Kampagne ins Leben gerufen. Lufthansa Cargo möchte wissen, wo ihre Kunden am liebsten schlemmen: bei Food Trucks, in Imbissbuden oder lieber doch in Garküchen? Street Food hat international Kultstatus erlangt und gehört fest zum Stadtbild. Mit #sofastsogood wollen sie eine etwas andere Weltkarte aufzeigen: Eine Karte des Genusses mit der Vielfalt der Straßenküchen. Ihr Motto heißt „Networking the world“. Mitmachen lohnt sich. Der Gewinner erhält einen tollen Preis, nämlich einen Flug für zwei Personen in der Business Class zu einem Lufthansa Ziel seiner Wahl.

Bereits am ersten Abend als Yanique von My Parisian Life und Jodi What's cooking good looking und ich in Frankfurt ankamen, lernten wir die sehr traditionelle Küche der Frankfurter im Fichtekränzi kennen. Hier gab es vor allem viele Speisen mit grüner Sauce, einen ganz besonderen Sauermilchkäse namens Handkäse mit Zwiebeln, Matjes mit Kartoffeln, Schnitzel & Co. Besonders angetan hat es mir der bekannte Apfelwein „Äppler“. Es handelt sich hier um das Regionalgetränk der Frankfurter und liegt sowohl bei den „Neu-Frankfurtern“ als auch bei den „jungen Leuten“ voll im Trend.

Am nächsten Tag besuchten wir die Szene-Lokale in Frankfurt, u.a. das Restaurant „Chez Ima“ im 25-h-Hotel und das Maxieisen.

Ich hab mich nun Zuhause an die grüne Sauce gewagt, die traditionell immer mit folgenden sieben Kräutern zubereitet wird: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerrampfer und Schnittlauch. Gar nicht so einfach, die alle zu bekommen. Schmeckt aber unvergleichlich gut. Klassisch bereitet man die Sauce mit Sauerrahm (saurer Sahne), Mayonnaise und hartgekochtem Eigelb zu. Danach wird die Sauce mit Öl, Essig, Zitrone, Salz und Pfeffer gewürzt, und nach Belieben werden noch Zwiebeln, Knoblauch, Senf oder Joghurt hinzugefügt. Eine Sauce, die einfach aussieht, die aber eine Menge Zutaten und viel Geschmack enthält. Frankfurter Sauce wird meist zu gekochten Kartoffeln serviert oder zu hartgekochten Eiern und schmeckt mit Fisch, Ochsenbrust und Tafelspitz hervorragend. In der Kleinmarkthalle in Frankfurt kann man aber sogar die Kräuter schon fertig abgepackt kaufen.

Lasst euch die Sauce schmecken, und beim nächsten Besuch im Supermarkt überlegt mal, woher die Lebensmittel eigentlich kommen und wie viele Kilometer sie schon auf dem Buckel haben.

Food Foto (c): Julia Stix / Foodstyling und Rezept: Eva Fischer

Restliche Fotos (c): Eva Fischer

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Nussbraten mit Frankfurter Grüner Sauce
4 Personen

Zutaten:

Nussbraten mit Frankfurter Grüner Sauce

Zutaten für den Nussbraten:

  • 100 g Mandeln
  • 100 g Cashewnüsse
  • 100 g Walnüsse
  • 60 g Sesam
  • 2 Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 4 getrocknete Tomaten
  • 150 Vorarlberger Bergkäse
  • 50 g Parmesan
  • 1 Bund Petersilie
  • 2-3 Zweige Rosmarin
  • 2-3 Zweige Thymian
  • 3 EL scharfer Senf
  • 2 EL glutenfreie Sojasauce (Tamari)
  • 75 g glutenfreier Toast (zB von Schär) oder normaler Toast
  • 2-3 EL kalte Butter
  • Salz und Pfeffer

Zutaten grüne Sauce:

  • Sauerrampfer
  • Petersilie
  • Pimpinelle
  • Borretsch
  • Kresse
  • Kerbel
  • Schnittlauch
  • 200 g Sauerrahm
  • 250 g Joghurt

Zubereitung:

Zubereitung grüne Sauce:

 

Zubereitung Braten:

  1. Kräuter waschen und gut trockenschütteln. Gemeinsam mit Sauerrahm und Joghurt fein pürieren. Sauce mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken.
  2. Nüsse und Sesam in einer großen beschichteten Pfanne ohne Fett rösten. Anschließend auskühlen lassen. Karotten schälen und fein raspeln. Zwiebel schälen und fein hacken.
  3. Knoblauch schälen und pressen. Getrocknete Tomaten fein schneiden. Vorarlberger Bergkäse grob reiben. Toast zwischen den Fingern fein zerbröseln. Petersilien- und Thymianblätter abzupfen und alle fein hacken, Rosmarinnadeln fein hacken.
  4. Backofen auf 180° Grad Umluft vorheizen. Nüsse und Pistazien im Thermomix oder Mixer fein hacken. Mit den übrigen vorbereiteten Zutaten in eine Schüssel geben.
  5. Parmesan reiben und mit den Eiern, den Senf und der glutenfreien Sojasauce hinzugeben. Die Masse mit den Händen verkneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Nussmasse einfüllen und Form mit einer Alufolie verschließen. Nun auf ein tiefes Blech stellen und auf der mittleren Schiene des vorgeheizten Ofens ca. 30 Minuten backen.
  7. Nach 30 Minuten Alufolie vom Braten nehmen und Butter gleichmäßig darüber verteilen. Braten wieder in den Ofen geben und weitere 20 Minuten garen. Braten anschließend aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen. Braten aus der Form nehmen und gemeinsam mit der grünen Sauce servieren.