Dream it. Believe it. Achieve it.

„Selbst und ständig“: Ja, das bin ich, und zwar mit meinem Foodblog und als Foodfotografin – schon seit einem halben Jahr. Für viele ist das schwer nachvollziehbar, und die häufigste Frage, die ich wohl jedes Mal gestellt bekomme, wenn ich mein etwas anderes Berufsfeld beschreibe, lautet: „Wie kann man denn nun eigentlich vom Bloggen leben?“ Das hat sich der ORF auch gefragt, und so wurde ich dazu in der Sendung Thema interviewt.

Als mich der ORF im Mai interviewte, sind wir gemeinsam am Yppenmarkt in Wien einkaufen gegangen. In diesem Frühsommer habe ich einen herrlich saftigen Himbeer-Bananen-Kokoskuchen vor laufender Kamera gebacken. Ein kleines Experiment, da ich diesen Kuchen zuvor selbst noch nie gemacht hatte. Mehr dazu weiter unten. Diesen Beitrag könnt ihr ab sofort hier nachschauen.

Aber zurück zur Frage, wie man vom Bloggen leben kann und wie ich überhaupt dazu gekommen bin. Begonnen habe ich damit vor fast zwei Jahren (Dezember 2013) als Hobby. Zu der Zeit arbeitete ich noch für das Unternehmen Kochabo und sah meinen Blog als kreativen Ausgleich zum Beruf. Ich suchte ein Medium, mit dem ich alle meine Hobbies wie Kochen & Backen, Malen, Zeichnen und Schreiben ausleben konnte. Damals machte ich das neben meinem 40-Stunden-Job: Das Bloggen und die Qualität nahm ich aber schon immer sehr ernst. So arbeitete ich oft bis in die Morgenstunden und verbrachte fast jedes Wochenende mit Kochen oder Backen und Bloggen, welches das Fotografieren, Illustrieren und Berichten umfasste. Bis ich irgendwann wiederholt Auftragsanfragen erhielt und mir das Ganze – Beruf und Blog – über den Kopf zu wachsen drohte. Das war der Zeitpunkt, als ich beschloss, mich demnächst selbstständig zu machen und zu versuchen, rein von der Bloggerei zu leben. „No risk, no fun“, dachte ich mir. „Du bist ja noch jung und kannst wenig verlieren. Ich schlimmsten Fall suchst du dir wieder einen neuen Job.“ Natürlich war dieser Schritt schon ein wenig angsteinflößend, gleichzeitig aber auch sehr spannend.

Anfangs wollte ich mir Zeit nehmen, um einen Businessplan zu erstellen, Kunden zu akquirieren etc. – So schnell konnte ich aber gar nicht planen, wie die Aufträge nacheinander eintrudelten. Mein Blog dient also als Werbeplattform für neue Jobs, denn meistens sind es Fotografie-Aufträge, die ich über meinen Blog erhalte. Rein vom Bloggen kann ich also in dem Sinne nicht leben, sondern über Aufträge für Food Fotografie und zusätzlich über Aufträge für Kooperationen und so genannte Sponsored Posts. Das bedeutet, dass eine Firma gerne ein neues oder spezielles Produkt über meinen Blog vorstellen möchte.

Ich nehme solche Aufträge natürlich nur an, wenn ich finde, dass es zu meinem Blog passt und dies die Leser interessieren könnte. Es ist hierbei sehr wichtig, authentisch zu sein und sich treu zu bleiben. Es hat lange gedauert, dass Firmen verstanden haben, dass hinter so einem Blogbeitrag viel Arbeit steckt und dies honoriert werden muss.

Zu Beginn des Bloggerdaseins freut man sich natürlich über gratis Produkte und vor allem Verlinkungen. Damit kann man aber keine Miete zahlen, und vor allem als Selbstständige muss ich die Arbeitsstunden verrechnen. Die können ohne weiteres einen ganzen Tag beanspruchen – wenn man überlegt, dass man zuerst ein Rezept kreieren muss, dafür die Zutaten besorgt, das Gericht kocht, stylt und fotografiert. Fotos müssen nachbearbeitet werden, ein Text dazu erstellt werden und sodann wird das Ganze auf allen Social Media Kanälen geteilt. Firmen fragen dann gerne nach einem Media Kit, also nach einer Pressemappe, die zusammengefasst eine Reihe von Kooperationsmöglichkeiten der Blogger und den Blogger selbst präsentiert. Meine schaut zum Beispiel so aus.

Der ORF hat mich auch nach Vor- und Nachteilen meines Berufes gefragt. Generell würde ich mal behaupten, dass die Vor- und Nachteile meines Berufs wohl ähnlich oder gleich sind, wie die eines Selbstständigen allgemein. Zu den Nachteilen gehört sicherlich die Abhängigkeit zur Auftragslage und die nicht bezahlten Urlaubstage. Neutral sehe ich das ständige verfügbar-Sein, ein Generalist zu sein, denn man muss sich in allen Bereichen ein wenig auskennen – sei es Finanzen, Marketing, Verkauf, im kreativen Bereich etc. Genaugenommen und mit der Zeit ist das ein Vorteil und eine tolle Herausforderung, da man seine Grenzen erweitert und viel Neues dazulernt.

Man muss aber auch erkennen, dass man nicht alles kann und auch nicht für alles Zeit hat. Es ist wichtig, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und Aufgaben abzugeben, die man nicht gut kann oder auch nicht gerne macht. Gleichzeitig ist es wichtig zu sagen: mach dich nicht abhängig, sondern unabhängig! Versuche das Mögliche allein zu schaffen und umzusetzen. Ich habe meine 10 persönlichen Erfolgsgebote geschaffen – hier nachzulesen. Hier meine wichtigsten Slides daraus.

Generell finde ich die Selbstständigkeit unglaublich schön und beflügelnd und ich möchte sie nicht mehr missen. Seine Tage so einzuteilen, wie man möchte, Aufträge anzunehmen, die Spaß machen und von seiner Leidenschaft zu leben, ist wohl ein Traum. Ein Lebenstraum, den viele anstreben und der den Einsatz auch wert ist. – Ich lege es allen da draußen ans Herz!

"The only way to do great work is to love what you do. If you haven't found it yet, keep looking. Don't settle. As with all matters of the heart, you will know when you find it."

- Steve Jobs

 

Als Blogger hat man den Vorteil, dass man viele neue Produkte testen darf, neue Küchengeräte ausprobiert, mit tollen Dinge ausgestattet wird, auf viele schöne Bloggerevents von Firmen eingeladen wird, um dort köstliche Speisen zu testen. Und dass man eine eigene „Spielwiese“ hat, die Raum für kreatives Schaffen bietet.

Viele denken auch, dass einer der Nachteile die Präsenz in der Öffentlichkeit ist. Und genau das hat der ORF mich auch gefragt. Wie ich damit umgehe, dass ich nun so in der Öffentlichkeit stehe und ob es nun für mich anders ist, raus zu gehen, wenn man doch ein kleinwenig berühmt ist. Bei dieser Frage oder ähnlichen Aussagen von Freunden und Bekannten muss ich immer schmunzeln, denn ich sehe das überhaupt nicht so. Ich mache mir auch keine Gedanken, wenn ich aus der Haustüre gehe, was ich anhabe und wie ich mich präsentiere. Denn anders als bei einem Lifestyle- oder Fashion-Blogger steht bei mir noch immer das Essen im Vordergrund und nicht ich als Person. Ich erzähle zwar die Geschichte und bin das Gesicht dahinter, aber grundsätzlich geht es auf meinem Blog um das Essen und Rezepte zu teilen. Dies ist wohl auch der Grund, warum ich nichts über Hasskommentare berichten kann, da ich diese bis dato noch nie bekommen habe. Lifestyle- und Fashion-Blogger können hingegen ein Lied davon singen. Wie eben auch die bekannte Lifestyle-Bloggerin Madeleine von DARIA DARIA, die im Rahmen der Sendung Thema auch vom ORF interviewt wurde.

Ich finde es einfach schön, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte und meine Erfahrungen in der Küche mit anderen Personen teilen kann und hoffe, dass das auch genau so wahrgenommen wird. Und deshalb will ich nun euch meinen Himbeer-Bananen-Kokoskuchen auch nicht länger vorenthalten. Lasst es euch schmecken!

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Himbeer-Bananen-Kokoskuchen
10 Stück Himbeer-Bananen-Kokoskuchen

Zutaten:

  • 200 ml Kokosöl
  • 40 g Kokoszucker
  • 2 Eier
  • 3 reife Bananen
  • 1 Pckg. Vanillezucker
  • 200 g (glutenfreies) Mehl, z.B. von Mantler Mühle
  • 140 g Kokosmehl
  • ½ Pckg. Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 85 g Kokosflocken
  • ½ Becher Sauerrahm
  • 225 g gefrorene Himbeeren

Zubereitung:

1.) Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Bananen schälen und Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken. Kokoszucker, Vanillezucker, Kokosöl, Bananen und Eier mit einem Handrührgerät gut vermischen.

2.) Nun die trockenen Zutaten wie Mehl, Kokosmehl, Backpulver, eine Prise Salz und Kokosflocken hinzugeben. Nun Sauerrahm unterrühren –so lange verrühren, bis alles gut vermischt ist, aber nicht zu lange rühren. Wenn die Masse zu trocken ist, noch etwas Sauerrahm oder (Kokosmilch) hinzugießen.

3.) Die gefrorenen Himbeeren vorsichtig unterrühren und das Ganze in eine mit Backpapier ausgekleidete Kastenform geben. Die Form in den vorgeheizten Ofen geben und für ca. 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Etwa 15 Minuten vor Backende den Kuchen mit Kokosraspeln bestreuen und fertig backen. Kuchen etw. abkühlen lassen und in Scheiben schneiden.