Herbstliche Kürbismuffins mit Birnen

Dass Vorarlberg sich vom übrigen Österreich stark unterscheidet, muss ich hier nicht viel weiter ausführen. Das fängt mit der Sprache an und endet bei seinen Bräuchen und Traditionen. Wir sind das einzige Bundesland mit alemannischen Wurzeln, und auf dieses Erbe geht wahrscheinlich auch der Herbstbrauch – „‘s Moa“ (= Monden) – zurück, der mich an meine Kindertage erinnert.

„Moa“ hat eine kleine Ähnlichkeit mit Halloween – hauptsächlich wegen des gruselig geschnitzten Kürbis. Damit gingen wir von Tür zu Tür und hatten einen passenden Reim parat. Die Kürbisse transportierten wir meist in alten Puppen- oder Kinderwägen. In die ausgehöhlten Kürbisköpfe wurde ein Teelicht gestellt, das die meist bösen oder unheimlichen Gesichter flackernd belebte. Wie bei Halloween ist man auch beim „Moa“ auf Süßes aus, aber ingesamt ist das ganze Treiben sehr friedlich und ziemlich kindisch.

Hier ein „Moa-Gedicht“ mit Übersetzung:

Hüt sind mir mit d’m Kürbis do, (Heut sind wir mit dem Kürbis da)
der leuchtad grad as wie d‘r Mo. (der leuchtet soeben wie der Mond)
So züchond mir vo Hus zu Hus (so ziehen wir von Haus zu Haus)
und sägand öü: d‘r Summor ischt us! (und sagen euch, der Sommer ist aus)

Mir gond ga Moa, Moa, Moa (wir gehen Moa, Moa, Moa)

mit viel Fröud und Witz. (mit viel Freude und Witz)
Mit üsra Kürbsa selbor gschnitzt. (mit unseren selbst geschnitzten Kürbissen)
Mir wänd nünt Süaßes, ou kua Geald. (wir wollen nichts Süßes, auch kein Geld)
Mir wünschand öü viel Glück uf dera Wealt. (wir wünschen euch viel Glück auf dieser Welt)

Mir gond go moa (Wir gehen moa)

und bringen viel Glück
mir hoffand ihr siond vo (und hoffen ihr seid von unserem Kürbis entzückt).
üsoror Kürbso entzückt. 

 

Diesmal habe ich den Kürbis nicht zum Moa genommen, sondern für einen himmlisch saftigen Muffin verwendet. Durch die Gewürze, die sehr stark an Lebkuchen erinnern, bekommt diese Variante fast schon einen weihnachtlichen Touch. Aber mit der Birnen-Kombination ist und bleibt er ein wahrhaftiger Herbst-Hit. Der leicht nussige Geschmack des Hokaido-Kürbis erinnert an Esskastanien und passt wunderbar in dieser Zusammenstellung.

Der Hokkaido-Kürbis ist unter den diversen Sorten einer der bekanntesten und beliebtesten. Seinen Namen hat er von der japanischen Insel Hokkaido. Im Jahr 1878 führten die Amerikaner ihn dort ein. Aus dem geschmacksarmen und eher harten Reisnusskürbis züchteten die Japaner dann den Hokkaido-Kürbis.

Hokkakido-Kürbisse sind mit 1-2 Kilo unter ihren verwandten Sorten eher klein. Die Schale ist meist orange, manchmal aber auch dunkelgrün. Sie kann ohne Bedenken mitgegessen werden.

 

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Kürbismuffins mit Birne
12 Muffins

Zutaten:

  • 350-400 g Hokkaido Kürbisfleisch
  • 1 Stk. Birne
  • 200 g Mehl (habe 150 g glutenfreies Mehl von Schär „Kuchen & Kekse“ sowie 50 g Buchweizenmehl verwendet)
  • 200 g Zucker
  • ½ Stk. Orange
  • 1 TL Natron
  • ½ TL Salz
  • 1 Ei
  • 1-2 TL Chai Küsschen von Sonnentor* oder Lebkuchngewürz
  • optional ½ TL zerkleinerte Zitronenschalen
  • 120 ml zerlassene Butter
  • etwas Staubzucker und Wasser für das „Icing“ (Zuckerguss)
  • Kürbiskerne als Deko

Zubereitung:

  1. Wasser für den Kürbis zum Kochen bringen. Kürbis waschen, halbieren, entkernen und mit der Schale in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kürbiswürfel in das kochende Wasser geben und so lange kochen, bis dieser weich ist (ca. 20 Minuten).
  2. In der Zwischenzeit Muffinform ausfetten oder passende Papierförmchen in die Muffinform geben. Birnen waschen, vom Kerngehäuse entfernen und in ca. 0,5 cm große Würfel schneiden. Butter erweichen. Mehl mit den Gewürzen (zerkleinerte Zitronenschalen, Chai Küsschen), Natron und Salz in einer Schüssel gut verrühren.
  3. In einer weiteren Schüssel die Butter mit dem Ei cremig schlagen. Kürbis abgießen, kurz abkühlen lassen und pürieren (am besten durch eine Kartoffelpresse geben).
  4. Das pürierte Fruchtfleisch mit den Birnenwürfeln zur Butter-Ei-Mischung geben und gut vermengen. Nun die Mehlmischung hinzugeben und alles gut mischen.
  5. Masse in die Formen geben und Muffins für ca. 35-40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Muffins anschließend abkühlen lassen und aus der Form nehmen.
  6. Für den Zuckerguss 3-5 EL Staubzucker in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser anrühren, bis ein dickflüssiger Guss entsteht.
  7. Diesen dekorativ über die Muffins geben und mit gehackten Kürbiskernen garnieren.

Notizen:

*Inhalt: Rübenzucker, Ceylon-Zimt, Sonnenblumenblütenblätter, Piment, Kardamom, Ingwer, Cassia-Zimt, Nelken